in Filmen

Interkulturelle Begegnungen in Filmen

Pawel Pawlikowski:

Cold War. Der Breitengrad der Liebe

Polen 2018


Zwei Menschen treffen sich das erste Mal und werden sofort – wie von einem Blitz – von der Liebe getroffen. Sie sind durch die Naturgewalt ihrer Gefühle in dem Maße überwältigt, dass nichts in ihrem Leben wie früher bleiben kann. Die politische-soziale Umgebung in Polen während des Kalten Krieges steht dieser Beziehung feindlich gegenüber und lässt den beiden Liebenden keine Luft zum Atmen.


Zula und Wiktor landen in Paris, wo sie neu anfangen könnten. Sie können aber in der Fremde nicht glücklich werden? Wieso?


Jeff Nichols:

Loving

USA 2016


Virginia im Jahre 1958: Eine Eheschließung zwischen Schwarz und Weiß war für den Großteil der Bürger*innen nicht nur unmoralisch, sie war auch illegal. Als sich Richard und Mildred ineinander verlieben, bleiben abfällige Blicke und kaum verhüllte Anfeindungen nicht aus. Nach ihrer Heirat folgen auf Blicke und Beleidigungen rasch Taten und die beiden werden festgenommen.


Das Paar entscheidet sich, für seine Liebe zu kämpfen. Doch steht ihm nun ein langer Weg bis vor das oberste Bundesgericht bevor.


Emir Kusturica:

Das Leben ist ein Wunder

Frankreich/Serbien/Montenegro 2004


Bosnien 1992: Luka, ein serbischer Ingenieur aus Belgrad, hat sich mit seiner Frau, der Opernsängerin Jadranka, und ihrem gemeinsamen Sohn Milos in einem kleinen Nest mitten im Nirgendwo niedergelassen. Beschäftigt mit dem Bau der Eisenbahn, die die Region in ein Touristenparadies verwandeln soll, ignoriert er die Anzeichen des nahenden Krieges. Als der Konflikt ausbricht, steht in Lukas Leben plötzlich alles Kopf: Seine Frau Jadranka macht sich mit einem Musikerkollegen auf und davon, während sein Sohn Milos an die Front geschickt wird. Auch er wird als Gefangenenwärter von Sabaha, einer muslimischen Geisel, in die serbische Armee berufen. Luka verliebt sich in die junge Frau, doch sie soll gegen einen serbischen Gefangenen ausgetauscht werden: Lukas Sohn Milos.



Der Film gewann 2004 in Cannes und wurde 2005 zum besten europäischen Film gekürt.


Alexandr Rogoshkin:

Kukushka

Russland/Finnland 2004


Anni lebt allein auf ihrem Hof in der Tundra Lapplands. Zwei Fremde finden bei ihr vor den Kriegswirren des Herbstes 1944 Unterschlupf: Iwan, ein verletzter Russe, und Veiko, ein Finne auf der Flucht. Anni, hübsch und keck, weiß, was sie will: einen Mann. Oder zwei. Und sie greift zu. Die kriegsmüden Iwan und Veiko liegen sich bald in den Haaren.


Da keiner die Sprache des anderen versteht, reden alle drei aufs Vergnüglichste einander vorbei (Russisch, Finnisch und Samisch). Dieser in russisch-finnischer Koproduktion entstandener Film erzählt in traumhaft schönen Bildern mit unglaublich viel Wärme, Poesie und Witz von der Macht der Liebe und von uralten Ritualen. 


Lukas Moodysson:

Lilja 4-ever

Schweden 2002


Eine interkulturelle Begegnung der brutalster Art: Die sechzehnjährige Lilja lebt in einer Stadt irgendwo in der ehemaligen Sowjetunion. Ihre Lebenssituation wird hoffnungslos, als sich ihre Mutter einfach mit ihrem neuen Lebensgefährten davon macht und sie der „Obhut“ ihrer Tante und damit ihrem eigenen Schicksal überlässt. Als Bezugspersonen bleiben die Kinder in der Nachbarschaft, besonders der elfjährige Wolodja.


Eine glänzende Zukunft verspricht allerdings nur der deutlich ältere Andrej, der verspricht, sie nach Schweden in eine bessere Zukunft zu bringen. In Schweden wird ihr der gefälschte Ausweis abgenommen und sie wird zur Prostitution gezwungen.


Régis Wargnier:

Est-Ouest. Eine Liebe in Russland

Frankreich/Russland/Spanien/Bulgarien 1999


1946 versucht Stalin mit einer Propaganda-Kampagne die nach der Revolution in den Westen geflüchteten Russen zur Rückkehr in die Heimat zu bewegen. Einer der vielen, die dem Locken Stalins folgen, ist der Arzt Alexej Golovine, der zusammen mit seiner französischen Frau und dem gemeinsamen Sohn zurückkehrt.


Sie wollen voller Idealismus am Aufbau der Sowjetunion mitwirken. Sie müssen die Wirklichkeit des stalinistischen Terrors bald am eigenen Leibe erleben.

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